allE – Gelingensbedingungen alltagsintegrierter sprachlicher Bildung im Elementarbereich

Im Projekt „allE“ werden drei Teilstudien umgesetzt, um zwei unterschiedliche Weiterqualifizierungskonzepte in vier Verbünden zu evaluieren und Gelingensbedingungen alltagsintegrierter Sprachbildung zu identifizieren.
Teilstudie I stellt die Dokumentation und Analyse der verschiedenen genutzten Professionalisierungsansätze in den Mittelpunkt und dokumentiert deren Einschätzung durch die pädagogischen Fachkräfte (Dokumentenanalyse, Gruppendiskussionen). In Teilstudie II wird die Entwicklung der professionellen Sprachförderkompetenz der pädagogischen Fachkräfte analysiert, wobei der Fokus auf dem Wissen (Vignetteninterviews) und Handeln im Kita-Alltag (Videografien) liegt. Teilstudie III untersucht schließlich die von den pädagogischen Fachkräften betreuten Kinder hinsichtlich ihrer sprachlichen Kompetenz- und Leistungsentwicklung (Sprachtest, Spontansprachprobe).
Übergeordnetes Ziel ist es, Unterschiede zwischen den Verbünden im Hinblick auf die gewählten Weiterqualifizierungsansätze zu identifizieren. Untersucht wird, ob sich die professionellen Sprachförderkompetenzen der pädagogischen Fachkräfte sowie die sprachlichen Kompetenzen und Leistungen der Kinder unterschiedlich entwickeln, wenn verschiedene Weiterqualifizierungskonzepte eingesetzt werden.
Während in drei Verbünden das publizierte Konzept „Mit Kindern im Gespräch“ von Kammermeyer et al. (2014) genutzt wird (A), kommt in einem Verbund ein stadtinternes Konzept zum Einsatz (B). Beide Ansätze sind sehr unterschiedlich angelegt: Während Konzept A ein einjähriges modularisiertes Programm aus neun Fortbildungen und drei Coachings speziell zum Thema alltagsintegrierter Sprachförderung realisiert, existiert Konzept B bereits seit vielen Jahren und besteht zum einen aus einem offenen Fortbildungskatalog zur Frühen Bildung und zum anderen aus spezifischen Coachings zur alltagsintegrierten Sprachförderung. In Konzept A erfahren also alle Teilnehmenden dieselben Inhalte und Methoden, in Konzept B durchläuft jeder Teilnehmerin und jeder teilnehmer ein individuelles, thematisch breit gefächertes Angebot.
Die Ergebnisse zeigen, dass das Sprachförderwissen aller pädagogischen Fachkräfte in zwei Bereichen (Skala 1: Erkennen von Sprachfördertechniken; Skala 3: Erkennen sprachlicher Schwierigkeiten bei Kindern) vom ersten zum zweiten Messzeitpunkt zunimmt; im Bereich des allgemeinen Kontextwissens zur Gestaltung von Sprachfördersituationen (Skala 2) verändert sich das Wissen dagegen weder über die Zeit noch in Abhängigkeit vom Konzept. Insgesamt wird das Wissen zu beiden Messzeitpunkten generell eher niedrig eingestuft. Die Analysen zum Sprachförderhandeln ergeben, dass die pädagogischen Fachkräfte aus Konzept A mehr von der Weiterqualifizierung zu profitieren scheinen als die Fachkräfte aus Konzept B. Insbesondere in Essenssituationen nutzen die Fachkräfte aus Konzept A zum zweiten Messzeitpunkt mehr Sprachfördertechniken – in Bilderbuchbetrachtungen und Freispielbegleitungen verändert sich der Einsatz kaum. Die pädagogischen Fachkräfte aus Konzept B wenden erstaunlicherweise im Verlaufe der Zeit weniger Sprachfördertechniken in allen drei Alltagssituationen an. Die sprachlichen Testleistungen der Kinder steigen in beiden Konzepten zum zweiten Messzeitpunkt an (in Konzept B ist die Zunahme deutlicher als in Konzept A). Problematisch ist hier jedoch die fehlende Kontrollgruppe, sodass die positive Entwicklung nicht eindeutig auf die Konzepte zurückgeführt werden kann.

Weitere Ergebnisse und Diskussionen lassen sich in den veröffentlichten (Tagungs-)Beiträgen finden – die Quellen oder Downloadmöglichkeiten sind unten aufgeführt.

Projektleitung

Prof. Dr. Katja Mackowiak (Leibniz Universität Hannover)
Prof. Dr. Katja Koch (Technische Universität Braunschweig)
Prof. Dr. Cordula Löffler (Pädagogische Hochschule Weingarten)

Projektmitarbeiterinnen und -mitarbeiter

Dr. Christine Beckerle (Leibniz Universität Hannover)
Tina von Dapper-Saalfels (Technische Universität Braunschweig)
Julian Heil und Ina Pauer (Pädagogische Hochschule Weingarten)

Kontakt

christine.beckerle@ifs.uni-hannover.de

Umfang: 760.000 €
Laufzeit: 01.09.2015 bis 31.12.2018

 

Hier finden Sie eine Übersicht über die bisher veröffentlichten wissenschaftlichen (Tagungs-) Beiträge aus dem allE-Projekt:

 
Ausgewählte Vorträge

DGfE-Grundschulforschungstagung 2018 in Essen
Thema: Vergleich beider Messzeitpunkte sowie beider Weiterqualifizierungskonzepte in Bezug auf das Sprachförderwissen und -handeln der pädagogischen Fachkräfte sowie die Sprachtestleistungen der Kinder.

DGfE-Kongress 2018 in Frankfurt am Main 
Thema: Entwicklung der Sprachförderkompetenzen der pädagogischen Fachkräfte und Zusammenhänge zwischen den beiden Kompetenzfacetten Sprachförderwissen und –handeln.

EARLI 2017 in Tampere/ Finnland
Thema: Einsatz von Sprachfördertechniken durch pädagogische Fachkräfte in drei verschiedenen Situationen (dyadische Bilderbuchbetrachtungen, Essens- und Freispielbegleitungen in der Gruppe) des Kita-Alltags.

Publikationen

Beckerle, C., Mackowiak, K., Koch, K., Löffler, C., Heil, J., Pauer, I. & von Dapper-Saalfels, T. (2018). Der Einsatz von Sprachfördertechniken in unterschiedlichen Settings im Kita-Alltag. Frühe Bildung, 7 (4), 215-222.

Koch, K., von Dapper-Saalfels, T., Mackowiak, K., Beckerle, C., Löffler, C., Pauer, I. & Heil, J. (2018). Gelingensbedingungen alltagsintegrierter sprachlicher Bildung im Elementarbereich. BiSS-Projektatlas Evaluation – erste Ergebnisse aus den BiSS-Evaluationsprojekten, 22-25.

Mackowiak, K., Beckerle, C., Koch, K., von Dapper-Saalfels, T., Löffler, C., Pauer, I. & Heil, J. (2018). Sprachfördertechniken im Kita-Alltag: Zusammenhänge zwischen Wissen und Handeln von pädagogischen Fachkräften – Ergebnisse aus dem „allE-Projekt“. Empirische Pädagogik, 32 (2), 162-176.

Von Dapper-Saalfels, T., Beckerle, C., Heil, J., Koch, K., Mackowiak, K., Löffler, C. & Pauer, I. (2018). Prinzipien einer sprachförderlichen Gestaltung von Bilderbuchbetrachtungen. BiSS-Journal, 8, 30-34.