Basisdiagnostik Umschriebener Entwicklungsstörungen im Vorschulalter – Version II (BUEVA-II)

DiagnoseElementarbereichE3E6
gelber Punkt Das Verfahren entspricht überwiegend den Minimalstandards. Optimierungsbedarf besteht bei dem fakultativen Untertest zur Artikulation (und Visuomotorik) in Hinblick auf die Validität und Reliabilität, für die anderen sprachbezogenen Untertests (expressive Sprache und Sätze nachsprechen) sind die Minimalstandards erfüllt. Da es sich um ein Testverfahren/Screening handelt, wird eine Anwendung nur durch diagnostisch geschultes Personal empfohlen.

Bitte beachten Sie den Hinweis am Ende der Beschreibung.

Kurzbeschreibung

Preis: 388,00 Euro.

Die BUEVA-II ist eine Testbatterie, mit der diagnostisch geschultes Personal (z.B. Psychologinnen und Psychologen) den Entwicklungsstand von Kindern in den Bereichen nonverbale und verbale Intelligenz, expressive Sprache, Aufmerksamkeit und Arbeitsgedächtnis erfassen können. Zusätzlich kann die Artikulationsleistung sowie die visuomotorische Leistung, d.h. die Koordination der visuellen Wahrnehmung mit dem Bewegungsapparat (z.B. Auge-Hand-Koordination) überprüft werden. Der Test kann bei Kindern im Alter von 4 bis 6 Jahren eingesetzt werden und wird als Einzeltestung durchgeführt. Ziel des Verfahrens ist es, Kinder mit Entwicklungsstörungen zu identifizieren, um gegebenenfalls eine frühzeitige Förderung einzuleiten. Informationen zur Sprachentwicklung werden in den Untertests zur verbalen Intelligenz, zur expressiven Sprache und optional zur Artikulation gewonnen.

Welches Ziel hat das Tool?

Die BUEVA-II ist ein Diagnostiktool, das eine große Bandbreite an unterschiedlichen Fertigkeiten erfasst. Der Testleiter bzw. die Testleiterin erhält Informationen über den Entwicklungsstand eines Kindes in den Bereichen nonverbale und verbale Intelligenz, expressive Sprache, Aufmerksamkeit und Arbeitsgedächtnis. Daneben gibt es zwei optionale Tests zur Überprüfung der Artikulationsleistung und der Visuomotorik. Das Tool kann als Screeninginstrument eingesetzt werden. Anhand der Ergebnisse lässt sich einschätzen, ob in einem der überprüften Bereiche ein möglicher Förderbedarf vorliegt und ob eine ausführlichere Diagnostik durchgeführt werden sollte.

Das Tool ist in Modul E3 „intensive Förderung im Bereich sprachlicher Strukturen“ einsetzbar. Zudem erhält man mit dem Tool Informationen, die unterstützend für die Arbeit in Modul 6 „Übergang vom Elementar-zum Primarbereich“ verwendet werden können.

Für welches Vorhaben kann das Tool eingesetzt werden?

Das Tool BUEVA-II ist eine Testbatterie, mit der diagnostisch geschultes Personal den Entwicklungsstand eines Kindes in verschiedenen Bereichen im Alter zwischen 4 und 6 Jahren überprüfen kann. Im Einzelnen können verbale Fähigkeiten, nonverbale Intelligenz, Aufmerksamkeit, Arbeitsgedächtnis sowie visuomotorische Fertigkeiten überprüft werden. Ziel ist es, einen möglichen Förderbedarf bei einem Kind bereits im Kindergartenalter zu erkennen. Die Testbatterie kann auch in Schuleingangsuntersuchungen eingesetzt werden. Bei der Interpretation der Ergebnisse ist zu beachten, dass Diagnosen wie eine Lernbehinderung oder geistige Behinderung nicht allein auf der Grundlage der BUEVA-II gestellt werden sollten. Wenn ein Kind in dem Test sehr schwach abschneidet, so sollte eine ausführlichere Diagnostik mit einem umfangreicheren Intelligenztest erfolgen. Weiterhin ist der Test nicht geeignet, um überdurchschnittliche Begabungen zu diagnostizieren. Der Test ist nicht für die Durchführung durch pädagogische Fachkräfte konzipiert worden, diese können jedoch auf der Basis von Ergebnismitteilungen ihre Bildungs- und Förderangebote entsprechend planen oder anpassen. Mehrsprachigkeit wird nicht berücksichtigt.

Wie funktioniert das Tool?

Die BUEVA-II besteht aus sieben Untertests. Diese werden in folgender Reihenfolge durchgeführt: Nonverbale Intelligenz, verbale Intelligenz, Visuomotorik, Artikulation, expressive Sprache, Aufmerksamkeit und Arbeitsgedächtnis. Die Untertests Artikulation und Visuomotorik werden optional eingesetzt.

Die Testbatterie beginnt mit dem Untertest (UT) Aufgaben zur nonverbalen Intelligenz. Für die Durchführung der Aufgaben wird die Bildmappe UT 1 Nonverbale Intelligenz benötigt. Dem Kind wird eine Bildkarte gezeigt, auf der fünf Bilder zu sehen sind. Aufgabe des Kindes ist es, das Bild auszuwählen, welches nicht zu den anderen Bildern passt. Beispiel: Es sind vier verschiedene Gabeln zu sehen und ein Löffel. Das Kind muss den Löffel als nicht dazugehöriges Bild identifizieren. Dem Kind werden zunächst drei Beispielaufgaben vorgelegt, anhand derer das Lösungsprinzip für die Aufgaben geübt wird. Löst das Kind mindestens eine Beispielaufgabe richtig, so wird mit Item 8 begonnen. Löst das Kind keine Beispielaufgabe, so beginnt der Test mit Item 1. Der Untertest beinhaltet 34 Aufgaben. Diese sind nach ihrem Schwierigkeitsgrad sortiert, d.h. die Aufgaben werden zunehmend schwieriger. Der Untertest wird abgebrochen, sobald ein Kind vier Aufgaben hintereinander nicht lösen konnte. Zudem gibt es eine Altersbegrenzung für vierjährige Kinder. Bei ihnen endet der Test spätestens nach Aufgabe 24, wenn nicht bereits zuvor aufgrund des genannten Kriteriums der Test beendet wurde.

In dem Untertest Verbale Intelligenz wird dem Kind ein Satz vorgesprochen, den es mit einem Wort beenden muss. Beispiel: Ein Riese ist groß, ein Zwerg ist … Das Kind sollte den Satz mit klein beenden. Vor dem Beginn wird anhand von zwei Beispielaufgaben mit den Kindern geübt. Den Vierjährigen werden bis zu 15 Sätze vorgegeben, den älteren Kinder bis zu 19 Sätze. Die korrekten Antworten sind im Testheft abgedruckt. Teilweise gibt es mehrere Antwortmöglichkeiten wie bspw. warm oder heiß. Als korrekt dürfen nur die in dem Testheft vorgegebenen Antworten gewertet werden. Sobald ein Kind vier Aufgaben hintereinander nicht lösen konnte, wird der Untertest abgebrochen. Es besteht die Möglichkeit, bei Bedarf einen bereits vorgesprochenen Satz zu wiederholen.

Für den Untertest Visuomotorik wird der Testbogen UT 3 Visuomotorik benötigt. Der Untertest besteht aus neun Items. Aufgabe des Kindes ist es, bei den Items 1 bis 7mit einem Stift eine Linie von einer Anfangsfigur zu einer Endfigur innerhalb zweier Begrenzungslinien zu ziehen, z.B. von einem Haus zu einem anderen Haus. Ziel ist es, mit dem Stift nicht über die Begrenzungslinien zu malen sowie die Anfangs- und die Endfigur miteinander zu verbinden. Pro Item können maximal zwei Punkte erreicht werden. Im Manual wird detailliert beschrieben, welche Kriterien die Zeichnung eines Kindes erfüllen muss, um einen oder zwei Punkte zu erhalten. Beispielsweise darf für eine Zwei-Punkte-Antwort die Linie nicht später als einen Zentimeter hinter der Anfangsfigur beginnen und nicht früher als einen Zentimeter vor der Endfigur aufhören. Für eine Ein-Punkt-Antwort wäre hier ein Abstand von jeweils zwei Zentimetern tolerierbar. Als Interpretationshilfe liegen drei Schablonen bei, welche die Ein- bzw. Zwei-Zentimeter-Abstände hinter der Anfangsfigur und vor der Endfigur markieren. Bei den letzten beiden Items müssen zwei Figuren miteinander verbunden werden, ohne dass Begrenzungslinien vorhanden sind. Die Items werden allen Kindern jeder Altersstufe gleichermaßen vorgelegt. Es gibt kein Abbruchkriterium.

Der nächste Untertest hat das Thema Artikulation. Ziel dieses Untertests ist es, Kinder mit einer möglichen Artikulationsstörung zu identifizieren. Dem Kind werden verschiedene Bilder gezeigt z.B. eine Blume. Dabei wird gefragt, was auf dem Bild zu sehen ist. Im Testheft sind die kritischen Laute bzw. Lautkombinationen, die es zu beachten gilt, abgedruckt, z.B. Blume. Benennt das Kind ein Objekt nicht in gewünschter Weise, so wird das Wort vorgesagt und das Kind zum Nachsprechen aufgefordert. Ein Kind erhält nur dann keinen Punkt, wenn der entsprechende Laut bzw. die Lautkombination eindeutig falsch artikuliert wurde. Das Manual enthält ausführliche Interpretationshilfen. Das Ersetzen von weichen durch harte Konsonanten wie z.B. Plume statt Blume werden beispielsweise nicht als Fehler gewertet. Für die Vierjährigen und die Kinder ab 5 Jahren stehen zwei unterschiedliche Aufgabenfolgen zur Verfügung. In jeder Altersstufe werden zehn Wörter vorgegeben.

Für den Untertest Expressive Sprache wird die Bildmappe UT5 benötigt. Bei diesem Untertest müssen die Kinder Sätze grammatikalisch korrekt ergänzen. Dafür wird dem Kind ein Satz vorgesagt, den es vervollständigen muss. Parallel dazu wird dem Kind ein Bild vorgelegt, das zu dem Satz passt. Beispiel: Das ist eine Katze, das sind zwei … .Dieser Satz wäre mit Katzen zu vervollständigen. Auf dem Bild ist auf der einen Seite eine Katze zu sehen, auf der anderen Seite befinden sich zwei Katzen. Der Untertest besteht aus 18 Items. Können sechs Items hintereinander nicht korrekt gelöst werden, so wird der Test abgebrochen. Den Vierjährigen werden zudem maximal die ersten zwölf Items vorgelegt. In dem Testheft sind die korrekten Antworten, für die das Kind einen Punkt erhält, aufgeführt. Es gibt zudem die Möglichkeit, auf Wunsch der Kinder oder bei deutlicher Antwortverzögerung, ein Items zu wiederholen.

Der Untertest Aufmerksamkeit besteht aus dem Testbogen UT 6, auf dem Reihen mit Äpfeln und Birnen zu sehen sind. Für die Durchführung des Tests werden ein Stift und eine Stoppuhr benötigt. Die Äpfel und Birnen sind auf dem Testbogen teilweise rotiert abgebildet (sie stehen auf dem Kopf). Aufgabe des Kindes ist es, nur die Birnen anzustreichen. Dafür hat es 90 Sekunden Zeit. Vor Beginn der eigentlichen Testung wird mit dem Kind anhand von drei Beispielreihen geübt. Es werden anschließend die richtig markierten Birnen sowie die fälschlicherweise markierten Äpfel als Verwechslungsfehler ausgezählt.

Bei der Aufgabe Arbeitsgedächtnis müssen die Kinder semantisch inkorrekte, aber grammatikalisch richtige Sätze wiederholen, die ihnen mündlich vom Testleiter oder der Testleiterin vorgegeben werden (z.B. „Hunde spielen Fußball“). Dabei ist es wichtig, dass der Testleiter bzw. die Testleiterin auf eine normale Intonation achtet und mit einem Tempo von etwa zwei Wörtern pro Sekunde liest. Für jeden korrekt wiederholten Satz erhält das Kind einen Punkt. Bevor der Untertest beginnt, wird mit dem Kind die Aufgabe anhand von Beispielen geübt. Als Abbruchkriterium gilt, wenn ein Kind vier Sätze in Folge nicht korrekt wiedergeben konnte. Der Untertest besteht aus maximal 16 Aufgaben, den Vierjährigen werden jedoch nicht mehr als die ersten zwölf Aufgaben vorgegeben.

Für die Auswertung werden die in den einzelnen Untertests erhaltenen Rohwerte auf einem Auswertungsblatt, das sich im Testheft befindet, eingetragen. Anhand von Normentabellen können die zugehörigen T-Werte eingetragen werden. Die Normentabellen sind in Halbjahresschritten unterteilt, d.h. dass Kinder im Alter von 4 Jahren und 0 Monaten bis zum Alter von 4 Jahren und 5 Monaten in einer Tabelle als Gruppe zusammengefasst werden. Aus den T-Werten der nonverbalen und verbalen Intelligenz kann ein Wert für die Gesamtintelligenz berechnet werden. Der Gesamtwert BUEVA-II wird schließlich aus den T-Werten der Untertests nonverbale Intelligenz, verbale Intelligenz, Expressive Sprache, Aufmerksamkeit und Arbeitsgedächtnis berechnet. Die beiden fakultativen Untertests Visuomotorik und Artikulation werden bei der Bestimmung des Gesamtwertes nicht berücksichtigt.

Bei der Interpretation der Werte ist unbedingt zu beachten, dass Diagnosen wie eine Lernbehinderung oder geistige Behinderung nicht allein auf der Grundlage des BUEVA-II gestellt werden sollten. Wenn ein Kind in dem Test sehr schwach abschneidet, sollte eine ausführlichere Diagnostik mit einem umfangreicheren Intelligenztest erfolgen. Weiterhin ist der Test nicht geeignet, um überdurchschnittliche Begabungen zu diagnostizieren.

Was wird benötigt, um das Tool umzusetzen?

Material: Das Testpaket BUVEA-II enthält ein Manual, zehn Testhefte, eine Bildmappe UT 1 nonverbale Intelligenz, zehn Testbögen UT 3 Visuomotorik, einen Schablonensatz UT 3, eine Bildmappe UT 4 Artikulation, eine Bildmappe UT 5 Expressive Sprache sowie zehn Testbögen UT 6 Aufmerksamkeit. Das ganze Material wird in einem Koffer geliefert.

Auswertung: In jedem Testheft ist ein Auswertungsbogen abgedruckt. Dort können die im Test erzielten Werte eingetragen werden. Im Manual findet sich eine detaillierte Beschreibung der Auswertung sowie Interpretationsbeispiele.

Durchführungsdauer: Die durchschnittliche Durchführungsdauer wird mit 20 bis 25 Minuten angegeben. Für die fakultativen Untertests Artikulation und Visuomotorik werden weitere zehn Minuten veranschlagt.

Schulung: Alle erforderlichen Informationen sind im beiliegendem Manual enthalten. Für die Durchführung wird keine zusätzliche Schulung benötigt. Voraussetzung für die Durchführung ist jedoch eine gute diagnostische Kompetenz. Die Durchführung ist durch diagnostisch geschultes Personal vorgesehen. Der Testleiter/die Testleiterin sollte sich vor der Testdurchführung intensiv mit dem Testmaterial beschäftigen und vertraut machen.

Preis: 388,00 Euro

Zugänglichkeit: Das Testverfahren kann direkt beim Hogrefe-Verlag bestellt werden (s. Links).

Wie ist das Tool a) theoretisch b) empirisch fundiert?

a) theoretische Fundierung

Grundlage des BUEVA-II ist der BUEVA (Basisdiagnostik für umschriebene Entwicklungsstörungen im Vorschulalter, Esser, 2002), die Vorläuferversion der BUEVA-II. Für die Entwicklung der BUEVA wurden bereits etablierte Verfahren herangezogen, die für die Testung der verschiedenen Bereiche eingesetzt werden können. Im BUEVA wurden Testverfahren für die Bereiche nonverbale Intelligenz, Artikulation, expressive Sprache, rezeptive Sprache, Sensumotorik und Aufmerksamkeit ausgewählt. Die ausgewählten Testverfahren wurden in Voruntersuchungen überprüft und hinsichtlich der Durchführung sowie aufgrund der ermittelten testtheoretischen Gütekriterien modifiziert. Der BUEVA-II stellt eine Überarbeitung der ursprünglichen Version BUEVA dar. Dabei wurden die ursprünglich erfassten Bereiche teilweise beibehalten (z.B. nonverbale Intelligenz), andere Bereiche wurden modifiziert (z.B. eine Kürzung des Untertests zur Visuomotorik). Bereiche wie die expressive Sprache oder das Arbeitsgedächtnis wurden neu hinzugefügt. Auch für die Überprüfung dieser neuen Bereiche wurde auf bereits etablierte Verfahren zurückgegriffen. Wie es zu der Auswahl der verschiedenen Bereiche kam, wird im BUEVA-II nicht erläutert. Der BUEVA-II basiert folglich auf verschiedenen Untertests etablierter Verfahren. Im BUEVA-II erfolgt jedoch keine theoretische Begründung, warum genau diese Bereiche ausgewählt und überprüft werden sollten.

b) empirische Fundierung

Aufgrund der ausführlichen Instruktionen ist eine hohe Durchfuehrungsobjektivität gegeben. Auch die Auswertungsobjektivität ist aufgrund der klaren Auswertungsvorgaben als hoch einzuschätzen. Nur beim fakultativen Untertest Artikulation können in Abhängigkeit von der Toleranz des jeweiligen Testleiters/der Testleiterin Differenzen bei der Auswertung entstehen.

Die Normierung erfolgte anhand einer insgesamt als repräsentativ anzusehenden Stichprobe von 1157 Kindern.

Zur Einschätzung der Reliabilität wurden interne Konsistenzen berechnet. Dabei zeigten sich für die Untertests nonverbale und verbale Intelligenz zufriedenstellende Reliabilitäten. Die internen Konsistenzen für die Untertests expressive Sprache und Arbeitsgedächtnis fielen etwas schwächer aus, die Werte sind aber insgesamt als noch akzeptabel einzuschätzen. Für die Untertests Visuomotorik und Artikulation wurden hingegen nur schwache Reliabilitäten gefunden. Diese beiden Untertests werden jedoch auch nur fakultativ eingesetzt und fließen nicht in die Berechnung des Gesamtwertes mit ein. Eine Berechnung der internen Konsistenz vom Untertest Aufmerksamkeit ist nicht sinnvoll möglich, weshalb zu diesem Test keine Aussagen über die Reliabilität getroffen werden können.

Zur Überprüfung der internen Validität (Kriteriumsvalidität) des BUEVA-II wurde berechnet, inwieweit der BUEVA-II mit Untertests aus dem P-ITPA (Esser & Wyschkon, 2010) sowie der ursprünglichen Version BUEVA (Esser, 2002) übereinstimmt. Dabei wurden nur solche Untertests verwendet, deren Aufgaben nicht im betreffenden Untertest der BUEVA-II enthalten sind. In vielen Punkten entsprachen die gefundenen Korrelationen der BUEVA-II-Untertests den vorab formulierten Zusammenhängen mit Untertests der P-ITPA sowie der BUEVA. Es ist allerdings einschränkend anzumerken, dass bspw. für die Aufmerksamkeit und die nonverbale Intelligenz kein unabhängiger Test der internen Validität vorlag und hier entsprechend keine Aussagen über die interne Validität getroffen werden können.

Um zu prüfen, ob die BUEVA-II extern valide (Kriteriumsvalidität) ist, wurde untersucht, inwieweit die Ergebnisse der BUEVA-II mit den Einschätzungen von Erziehern und Erzieherinnen zusammenhängen. Die Beurteilung erfolgte mit Hilfe des Potsdamer Erziehungsfragebogen (PEF, Esser & Wyschkon, 2000). Es ergaben sich dabei nur schwache Korrelationen, weshalb die externe Validität derzeit nicht als gegeben eingeschätzt werden kann. Die Autoren vermuten, dass sich die Erzieher/innen bei ihrer Bewertung der Kinder stärker an der sozialen Bezugsnorm innerhalb der Kindergartengruppe orientiert haben als an generellen Normen.

Zur Überprüfung der Konstruktvalidität wurden die Außenkriterien sozioökonomischer Status und Bildungsstand der Eltern herangezogen. Dabei zeigten sich tendenziell die erwarteten Effekte, allerdings nur gering bis mittel ausgeprägt.

Es wurde weiterhin die prognostische Validität überprüft. Dafür wurde eine Stichprobe von 932 Kindern nach etwa zweieinhalb Jahren erneut mit der Testbatterie Basisdiagnostik Umschriebener Entwicklungsstörungen im Grundschulalter (BUEGA, Esser et al., 2008) getestet. Dabei zeigten sich die stärksten Zusammenhänge für den Untertest verbale Intelligenz der BUEVA-II und der späteren verbalen Intelligenz in mittlerer Höhe. Alle weiteren Zusammenhänge fielen gering bis mittel aus.

Derzeit ist eine empirische Fundierung für den BUEVA –II nur unzureichend, bzw. mit den oben beschriebenen Einschränkungen gegeben.

Mit welchen anderen Tools ist dieses Tool kombinierbar?

Beobachtungsbogen für 3- bis 6-jährige Kinder (BBK 3-6)

Alter: 4; 5; 6

Klassenstufe: Kita

Verbünde, die dieses Tool nutzen:

Links:

Seite der Hogrefe Testzentrale mit Bestellmöglichkeit für den Test:
https://www.testzentrale.de/shop/basisdiagnostik-umschriebener-entwicklungsstoerungen-im-vorschulalter-version-ii.html [29.10.2019]

Aktuellere Version BUEVA-III (komplette Überarbeitung des BUEVA II):
https://www.testzentrale.de/shop/basisdiagnostik-umschriebener-entwicklungsstoerungen-im-vorschulalter-version-iii.html [29.10.2019]

Literaturhinweise

Esser, G. & Wyschkon, A. (2000). Potsdamer Erziehungsfragebogen (PEF). Potsdam:
unveröffentlicht.

Esser, G. (2002). Basisdiagnostik Umschriebener Entwicklungsstörungen im Vorschulalter
(BUEVA)
. Göttingen: Hogrefe.

Esser, G., Wyschkon, A. & Ballaschk, K. (2008). Basisdiagnostik umschriebener
Entwicklungsstörungen im Grundschulalter (BUEGA).
Göttingen: Hogrefe.

Esser, G. & Wyschkon, A. (2010). Potsdam-Illinois Test für Psycholinguistische Fähigkeiten
(P-ITPA): Deutsche Fassung des Illinois Test of Psycholinguistic Abilities, Third
Edition
(ITPA-3). Göttingen: Hogrefe.

Esser, G. & Wyschkon, A. (2012). BUEVA-II Basisdiagnostik Umschriebener
Entwicklungsstörungen im Vorschulalter – Version II
. Göttingen: Hogrefe.

Hinweis:
Die Verfahren (Tools), die Sie hier finden, werden in der Bund-Länder Initiative Bildung durch Sprache und Schrift (BiSS) eingesetzt und wurden bislang aus wissenschaftlicher Sicht als empfehlenswert identifiziert. Aspekte der praktischen Anwendbarkeit werden in der Projektlaufzeit ergänzt. Verfahren mit einer grünen Kennzeichnung genügen wissenschaftlichen Minimalstandards. Verfahren mit einer gelben Kennzeichnung genügen überwiegend diesen Minimalstandards zeigen jedoch Optimierungsbedarfe, auf die in vorangestellten Anmerkungen hingewiesen wird.
Bei den hier aufgeführten Verfahren handelt es sich keineswegs um eine erschöpfende Bewertung aller in BiSS verwendeten Verfahren, sondern um einen VORLÄUFIGEN Stand, der darüber hinaus zunächst nur diagnostische Tools berücksichtigt. Eine kriteriale Empfehlungsgrundlage für Förder- und Professionalisierungs-Tools wird derzeit im Trägerkonsortium erarbeitet.

Letzte Änderung am: 21.02.2020